In Verbindung mit Menschen in einem fernen Land 

Das Kopernikus-Gymnasium hat partnerschaftliche Kontakte zum Pfarrgymnasium IPPESCH in Corinto / Nicaragua

„Ich bin Ihnen unbeschreiblich dankbar. Ohne Ihren großzügigen Einsatz hätte ich wahrscheinlich nie wieder zur Schule gehen können!“ – so schrieb der 14jährige Jairo Hernandez an das Kopernikus-Gymnasium. Seit 2006 verbindet eine Partnerschaft seine Schule, das IPPESCH (= Instituto Parroquial Pbro.Emilio Santiago Chavarria) in derStadt Corinto in Nicaragua, mit dem Kopernikus-Gymnasium.

Situation der Partnerschule

Das überkonfessionell ausgerichtete Pfarrgymnasium IPPESCH ist die einzige nicht-staatliche „Secundaria“   in der Stadt Corinto, d. h. einer Schule von Klasse 7 bis Klasse 11. Sie wird von  Schülern nach der Grundschule, der „Primaria“, besucht. Corinto ist die bedeutendste Hafenstadt in dem durch eine wechselvolle Geschichte gezeichneten und sehr armen Land in Mittelamerika. Etwa 250 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Schule, um hier nach fünf Schuljahren die Hochschulreife zu erhalten. Mit einer qualifizierten Bildung verbessern die jungen Leute nicht nur ihre Lebenschancen in Nicaragua, sie können dadurch auch zur Entwicklung des Landes konstruktiv beitragen.

Das IPPESCH wird von der Pfarrgemeinde Santo Tomas als Schulträger finanziert. Aus den Kassen des Staates gibt es keinerlei Unterstützung. So steht die Schule immer wieder vor erheblichen finanziellen Problemen, etwa bei der Bezahlung der Lehrer und der Anschaffung neuer Bücher. Auch für Reparaturen an der Ausstattung und am Gebäude braucht die Schule finanzielle Hilfe von außen. Da die Stadt wie das ganze Land Nicaragua durch hohe Arbeitslosigkeit und Armut geprägt ist, fällt es vielen Eltern schwer, das Schulgeld für den Schulbesuch ihrer Kinder aufzubringen.

Unterstützung aus dem Kopernikus-Gymnasium

Im Rahmen unserer Schulpartnerschaft wird das IPPESCH vom Kopernikus-Gymnasium unterstützt. So konnte das IPPESCH mit unserer Hilfe Bücher und Musikinstrumente anschaffen und es ist gelungen, dort einen Computerraum neu einzurichten.

Diese Unterstützung wäre ohne das Engagement der Kopi-Schülerinnen und -Schüler nicht möglich. Über verschiedene Aktionen konnten sie immer wieder dem IPPESCH finanzielle Hilfen zukommen lassen. Die Schüler spenden Einnahmen aus Aktionen ihrer Klassen oder strengen sich bei den Bundesjugendspielen nicht nur für sportliche Erfolge an, sondern auch für eine Sponsorenaktion zugunsten der Partnerschule. Mehrere Abiturjahrgänge konnten außerdem mit Spenden, die im Rahmen ihrer Abituraktivitäten gewonnen wurden, das IPPESCH unterstützen.

Auch aus dem Lehrerkollegium des Kopernikus-Gymnasiums erfährt das IPPESCH finanzielle Unterstützung. So haben etliche Kolleginnen und Kollegen Patenschaften für Schüler des IPPESCH übernommen und sichern so das monatliche Schulgeld für bedürftige Mädchen und Jungen. Auf diese Weise kann auch Kindern armer Eltern über ein Stipendium der Schulbesuch ermöglicht werden. Dass auch diese Kinder die Schule besuchen können, ist dem IPPESCH ein großes Anliegen, das aus dem Kopernikus-Gymnasium gern unterstützt wird.

Unsere Schulpartnerschaft geht jedoch über die finanzielle Hilfen hinaus. Durch Briefe oder Emails haben Schülerinnen und Schüler aus Rheine Kontakte mit Gleichaltrigen der Schule in Corinto geknüpft und tauschen sich mit ihnen aus. Und wenn in Unterrichtsprojekten verschiedene Aspekte von Land und Menschen in der fernen „Dritten“ Welt erarbeitet werden, ergibt sich über die Partnerschule dafür ein lebendiger Zugang.

Entstehung und Entwicklung der Partnerschaft

 Die Schulpartnerschaft besteht seit 2006. Der damalige Schülersprecher Henrik Plüth hatte in der Schule über das Wirken seines Großonkels Pater Josef Schendel in Corinto berichtet. Nach seiner Priesterweihe war der gebürtige Rheinenser in die Hafenstadt am Pazifik gekommen, um dort geistliche und soziale Dienste zu leisten. Über 40 Jahre lang bis zu seinem Tod 2006 prägte Pater Schendel fortan das soziale Leben in Corinto. So gründete er als eines seiner Projekte 1994 auch das zur Pfarrei gehörende Gymnasium IPPESCH. Im Herbst 2006 fassten die Gremien des Kopernikus-Gymnasiums dann den Beschluss, eine Schulpartnerschaft mit dieser Schule in Nicaragua aufzubauen. In den folgenden Jahren wurde diese Partnerschaft durch Kontakte und Aktivitäten mit Leben gefüllt und weiter entwickelt und gefestigt.

Besuche in Corinto

 Im Jahre 2012 konnte die Lehrerin Agnes Kessens als Repräsentantin des Kopernikus-Gymnasiums einen ersten Besuch in Corinto und am IPPESCH machen. Sie stellte persönliche Kontakte zwischen den beiden Schulen her und sammelte in der Partnerschule und in der Gemeinde Santo Tomas, in der Stadt Corinto und im Land viele persönliche Eindrücke und Erfahrungen, die für die Gestaltung der Partnerschaft genutzt werden konnten.

Danach entschieden sich Absolventen des Kopernikus-Gymnasiums für längere Aufenthalte in Nicaragua: Miguel Salgado verbrachte nach seinem Abitur 2013 mehrere Monate in Corinto. Im darauffolgenden Jahr machte Katrin Lueke ihr Abitur am Kopi und half danach für acht Monate am IPPESCH als Freiwillige mit. Im Jahre 2017 nahm Frau Anke Telgmann eine Auszeit von ihrer Arbeit als Lehrerin am Kopernikus-Gymnasium und lebte und arbeitete einige Monate in Corinto und am IPPESCH.

Alle Besucher vom Kopi sehen ihre Zeit in Corinto als große Bereicherung an und brachten vielfältige Botschaften aus dem fernen Land an unsere Schule in Rheine mit; umgekehrt haben sie Rheine und ihre eigene Schule in Nicaragua vertreten und dort deutliche Spuren hinterlassen.

Besuche aus Corinto

 Auch umgekehrt gab es Besuche: Der Nachfolger Pater Schendels als Pfarrer in der Gemeinde San Tomas, Padre Alexandro Arguela, besuchte das Kopi in den Jahren 2008 und 2011 und überbrachte der Schulgemeinde neben dem Dank des IPPESCH und der Pfarrgemeinde auch viele Informationen über sein Land und die Menschen dort.

Im Sommer 2017 kamen der neue Pfarrer Padre Eduardo Carillo, und der Leiter des IPPESCH, Padre Erwin Lopez, in das Kopernikus-Gymnasium. Auch sie brachten hier die Situation in ihrem Land und an der Partnerschule näher.

Der Bürgermeister der Stadt Corinto und zwei weitere Vertreter der Stadt besuchten das Kopernikus-Gymnasium im November 2017. Sie berichteten besonders über die wirtschaftliche und ökologische Lage in Corinto und erörterten mit Vertretern aus dem Kopi Perspektiven für weitere Entwicklungen.

Organisation und Kooperation

 

Die finanziellen Hilfen im Rahmen der Schulpartnerschaft werden organisatorisch unterstützt über den Verein WEITBLICK: https://www.kopernikus-rheine.de/unsere-schule/schulprofil/weitblick-e-v/

Auch haben wir enge Kontakte mit dem „Missionskreis Pater Schendel“, der zur benachbarten Herz-Jesu-Gemeinde gehört und seit vielen Jahren die Verbindung nach Corinto pflegt.

Nachrichten wie die des IPPESCH-Schülers Jairo Hernandez lösen Freude über unsere Arbeit aus und werfen gleichzeitig viele Fragen auf. Beides motiviert uns, diese Form des sozialen Lernens und der globalen Partnerschaft auch in Zukunft fortzuführen und auszubauen.